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Gute Teams, schlechte Teams

„Wir sind ein gutes Team“ – oder etwa nicht? Mit etwas Übung kann man das schnell beurteilen.

Wir verbringen die Hälfte unserer schlaflosen Lebenszeit im Arbeitsumfeld. Der Job sollte daher Spaß machen, andernfalls werden grundsätzliche Hamlet-Fragen schnell hochaktuell. Und wenn alle Stricke reißen, dann hilft nur noch eins: nichts wie weg.

Aber wohin? Um einen erneuten Reinfall zu vermeiden, sollte man sich vor der Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrags das potenzielle neue Arbeitsumfeld genau anschauen. Sich möglichst gut zu präsentieren ist nur die halbe Miete; die Präsentation des Arbeitsgebers hat nicht weniger Gewicht. Da indes jeder Arbeitgeber versucht, sich möglichst strahlend in Szene zu setzen, hilft ein bilaterales Gespräch allein oft nicht weiter. Es ist meistens auch wichtig, die möglichen neuen Kollegen unter die Lupe zu nehmen, denn man wird mit ihnen in der Regel mehr Zeit verbringen als mit dem Chef.

Aber was macht ein gutes Team aus? Ein gutes Team agiert effektiv, produktiv und konstruktiv. Man verbringt in ihm gern den oft langen Arbeitstag. Und woran erkennt man es? Es ist allzu einfach zu sagen, man solle auf sein Bauchgefühl hören. Intuition ist schwer in Worte zu fassen, dafür gibt es keine „Checkliste“. Aber der folgende Spickzettel hilft, das Bauchgefühl zu verifizieren:

Schlechtes Team Gutes Team
Führungsstil Autoritär Kooperativ
Autoritätsbildung Durch Ernennung Durch Kompetenz
Organisationsstruktur Steil Flach
Motiv Angst Experten-Ehrgeiz
Leistungsbewertung Statusbasiert Ergebnisbasiert
Zuständigkeiten Fest delegiert 

„Bin dafür nicht zuständig“

Übertragbar 

„Ich kümmere mich darum“

Fehlervermeidung Erst wenn „ertappt“ 

„Quick & dirty“

Vorbeugend 

„Lieber gleich richtig machen“

Fehlerbehebung Verursacher-orientiert Lösungsorientiert
Umgang mit Systemanforderungen Passiv 

„Das hat mir keiner gesagt“

Aktiv 

„Habt ihr auch daran gedacht …?“

Informationsverteilung Kopfmonopole

Weitergabe nur auf Aufforderung

OffenWeitergabe auf eigene Initiative
Ansprechpartner für Rückfragen Nur aufwendig feststellbar Bekannt
Verhaltenskodex Implizit festgelegt Explizit bekannt
Kommunikationskultur Sich gern reden hören, ins Wort fallen Zuhören, ausreden lassen

Besonders hilfreich ist die folgende Prüffrage: „Könnte ich mir vorstellen, hier bis zur Rente zu arbeiten?“ Wenn das so konditionierte Bauchgefühl in Bauchschmerzen auszuarten droht, sollte die Entscheidung klar sein: weitersuchen.


Über den Autor

Roman MildnerRoman Mildner, zertifizierter Projektmanager (PMP) und Mitglied im United Mentors Network (UMN), ist seit 1992 in der IT und seit 1998 als unabhängiger Berater und Projektmanager tätig. Zu seinen Beratungsschwerpunkten gehören IT-Strategieberatung, Projektmanagment, Prozessberatung und Anforderungsmanagement. Weitere Details finden sich auf seiner UMN-Seite.

Kommentare (2)

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  1. Tanja Handl sagt:

    Eine spannende Frage. Ich glaube, auch ein gutes Team kann manchmal anstrengend sein – denn nicht nur die Rahmenbedingungen müssen passen, sondern auch die Chemie. Mich beschäftigt der Gedanke, woran man die Qualität eines virtuellen Teams messen könnte. Wie sehen Sie dieses Thema?

    Mit herzlichen Grüßen,
    Tanja

    • Robin Niesters Robin Niesters sagt:

      Ich finde die im Artikel angesprochenen Indikatoren kann man (eventuell abgewandelt) sicher auch auf virtuelle Teams anwenden. Hier ist ein interessanter Artikel, der vielleicht weiterhilft: http://www.leadingvirtually.com/?p=54

      Da wir “hauptberuflich” als Berater überall verteilt arbeiten, leben wir das virtuelle Team auch schon. Das Wichtigste ist hierbei eine reibungslose Infrastruktur. Eine FUNKTIONIERENDE Groupware (wir nutzen MS Exchange), um Termine zuverlässig und ohne gesonderte Absprache (Anzeige von verfügbarer Zeit) einstellen zu können, ist ein absolute Muss. Hinzu kommt natürlich eine zentrale Datenablage in Wikiform (wir nutzen TWIKI) und ein an einzelne Projekte anpassbares Issue Management System (wir nutzen JIRA). Für virtuelle Meetings nutzen wir Webex zum Desktopsharing und Skype für die Tonspur.

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